Montag, den 16. Mai 2011,
vor 9 Monaten, 1 Woche
Spaß mit Dosen — Lokales WordPress mit BitNami
Das Entwickeln von WordPress-Websites als auch eine sorgfältige Begleitung bereits online gestellter WP-Projekte gehen kaum ohne eine lokale WordPress-Installation. Für ein relativ gefahr- und folgenloses Testen von Updates, Plugins, Veränderungen in Theme-Dateien usw. ist eine solche eigentlich Voraussetzung.
Dazu war zumindest mir bisher unter Windows ‘nur’ XAMPP bekannt, das ich auch seit Jahren nutze. Da hat man gleich einen lokalen Server für x-beliebig viele dynamische Websites. Allerdings muss man in diversen Dateien (php-config, virtualhost etc.) herumschrauben, alles nicht so ganz ohne.
Beim Mac — zum Leidwesen manches Kollegen ‘nur’ mein Nebengerät
— fehlten mir bisher Lust, Zeit und Notwendigkeit, mich mit dem bereits vorhandenen Server oder MAMP so zu beschäftigen, dass ich dort ein lokales WP zum Laufen bekomme.
Für Menschen, die in erster Linie eine Website betreiben und dazu eine lokale Installation haben wollen, um verschiedene Dinge ausprobieren zu können, sind diese Wege vielleicht etwas überdimensioniert. Aber die einzigen bekannteren; in mehreren WordPress-Fachbüchern beschäftigen sich gar Kapitel mit dem Aufsetzen dieser lokalen Server.
Vorhang auf für BitNami!
Auf der Startseite empfängt ein Sixpack mit Apps gefüllter Dosen, der Slogan ist “Refreshingly simple!“.
Die Idee: Die gewünschte Software ist bereits mit allen benötigten Server-Komponenten zusammen “eingedost”, in so genannte “BitNami Stacks“.
Das ganze ist kostenlos, baut auf Open Source und wird betrieben von einer “secret army of highly trained open source ninjas”
. Die App-Dosen gibt es bisher nur auf Englisch, ein zumindest im IT-Bereich marginaler Wortschatz ist schon hilfreich.
Das Installationsverzeichnis für den “WordPress Stack” kann angepasst werden. Auf dem Mac habe ich in meinen Benutzerdaten einen Ordner “BitNami” angelegt. Der Installer legt das Paket direkt dort hinein. Hat man vor, künftig andere Bitnami-Dosen auszuprobieren, sollte man dann dort noch ein entsprechendes Unterverzeichnis (z.B. “WordPress”) anlegen.
Der Installationsprozess fragt alle benötigten Daten gleich schon in Hinblick auf WordPress ab. “Benutzer”, “Passwort”, “Mailadresse” und “Blog Name” — nun, entweder man nimmt gleich die gleichen wie in der Online-Version (das hilft beim Behalten) oder was nicht zu schweres, schließlich läuft das nur lokal.
Der “Hostname” ist allerdings ein veritabler Fallstrick, der mich drei Anläufe kostete. Dort muss entweder “localhost” oder dessen IP-Adresse “127.0.01” eingetragen werden! Bisher ausprobiert habe ich nur zweiteres.
Dann läuft der Rest durch; wenn man die Applikation startet, landet man direkt auf der Startseite der frischen WordPress-Installation. Ins Backend loggt man sich mit den zuvor gewählten Daten ein. Praktischerweise bookmarkt man sich gleich die entsprechenden, im Browser aufgerufenen Seiten, damit man sich z.B. “http://127.0.0.1:8080/wordpress/” nicht merken muss.
Selbstverständlich muss man in Folge auch diesen Server (denn es ist ja einer!) erst starten, bevor man unter der Adresse im Browser etwas zu sehen bekommt! Unter MacOS liegt dafür im BitNami-Ordner das Programm “control”. Das wird gestartet und anschließend Apache und Mysql.
Es empfiehlt sich, eine Verknüpfung/Alias dorthin auf den Desktop oder das Dock/die Taskleiste zu legen.
WordPress-Schliff
Zwei Probleme bleiben zu lösen. Erstens ist WordPress auf englisch installiert, zweitens wird die Version in der Regel nicht ganz aktuell sein (z.B. 3.1 statt 3.1.x), was das System auch meldet.
Zum Ändern der Sprachversion braucht man einen Text-Editor. Wer sich an seiner Site lokal in HTML, CSS und PHP versuchen will, wird wissen, das damit nicht “Word” gemeint ist
. Zum Anfang reicht jedenfalls der simple Text-Editor, der mit den Betriebssystemen mitkommt.
Weiterhin brauchen wir einen entpackten Download der aktuellen deutschen Version. In diesem navigieren wir zum Ordner “languages” in “wp-content”, der wird kopiert.
Anschließend geht es zu “wp-content” in der BitNami-Applikation, der liegt in: STAMMVERZEICHNIS > apps > wordpress > htdocs. Dorthinein wird der Ordner kopiert.
Dann öffnen wir mit dem Text-Editor die Datei “wp-config.php”, die ebenfalls in “htdocs” liegt. Ab Zeile 64 (kann sich ändern!) geht es um die Sprache, dort steht: define('WPLANG', '');
Wie es auch oberhalb im Kommentar steht, muss zwischen die leeren Hochkommata eingefügt werden: de_DE
Während dieser Maßnahmen war ja unser Backend im Browser geöffnet geblieben; es reicht ein erneutes Laden und wir haben ein deutschsprachiges WP. Entsprechend wird das Update auf deutsch angemahnt und wenn man dem folgt, wird auch das deutschsprachige Update angeboten. Auf dem Mac hat das automatische Update problemlos geklappt.
Ausblick
Die nächsten Schritte wären dann die Vorbereitungen auf den Import der online ggf. bereits vorhandenen Inhalte, Plugins und des Theme, sowie das Durchführen desselben. Hier unterscheiden sich die Anforderungen beträchtlich, auch deshalb lasse ich das jetzt weg.
Wer noch Lust auf eine kleine Fingerübung hat — die “wp-config” ist ja noch im Editor offen, der kann die leeren Authentifizierungsschlüssel erzeugen lassen und einfügen. Das ist zwar lokal nicht notwendig, aber eventuell kann man das noch mal brauchen
.
Was BitNami angeht, bin ich noch ganz am Anfang und werde noch einiges dazu lernen. Entsprechend habe ich hier sicher verschiedene Sachen vergessen. Ungeachtet dessen: Wenn ich mich jemals mit anderen CMSen beschäftigen wollen oder müssen sollte, dann ist BitNami dafür sicher eine lohnende Wahl!
(gelesen: 852 mal, heute: 4 mal, zuletzt: 22. Februar 2012)
Stichpunkte zu diesem Artikel: Für Kunden Ξ Software Ξ Web-Entwicklung Ξ Werkzeugkasten
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