Samstag, den 28. März 2009,
vor 2 Jahren, 10 Monaten
SXSWi Panel II: The Seven Rules for Great Web Application Design
“Wie ein König des Dschungel” — so soll sich jeder Nutzer fühlen. Das sollte Ziel Nummer 1 eines jeden Designers sein. Aber meistens ist das nicht der Fall, das Erleben zu vieler Websites nervt zu viele Nutzer. Wir denken nicht genügend darüber nach, was die Kunden wirklich wollen. Und deren Ziel Nummer 1 ist es, wieder von deiner Site zu verschwinden! Und zwar just nachdem sie das erledigt haben, weshalb sie gekommen waren.
‘Großes’ Design unterstützt angeborene menschliche Verhaltensweisen.
Schwerpunkt des Vortrages ist die menschliche Psychologie und wie diese Design-Prinzipien und Webdesign beeinflusst.
Menschen sind schlecht darin, ihr eigenes Verhalten vorherzusagen. Als Beispiel dient die fehlgeschlagene Kampagne einer Fast-Food-Kette, die nach herausragend positiven Umfrageergebnissen einen fettarmen Hamburger herausbrachte, nur um festzustellen, dass Absichtserklärungen und Kaufverhalten desaströs auseinander klafften. Der “Fettarme” verschwand nach wenigen Wochen wieder.
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Verstehe die Nutzer, dann ignoriere sie
Finde heraus, was die Nutzer tun, nicht was sie denken, was sie tun.
Zumindest ziele auf das, was die Leute tun müssen, selbst wenn sie das nicht denken. -
Baue nur, was absolut notwendig ist
Leute wollen nicht mehr als sie brauchen. Eine zunehmende “Featuritis” führt nicht zu Verbesserungen.
Dabei geht es nicht um Einfachheit (simplicity), sondern um Klarheit (clarity). -
Unterstütze das mentale Modell des Nutzers
Wende Dinge an, zu denen Menschen eine Beziehung aufbauen können.
Beispiel “Papierkorb” am PC: Mit der Analogie vom “Etwas wegwerfen” kommen wir am besten zurecht. -
Wandle Anfänger schnellstmöglich zu fortgeschrittenen Anfängern (intermediates)
Menschen fühlen sich nicht gerne als Idioten.
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Vermeide Fehler (und behandle den Rest zuvorkommend)
Es im Interface-Design ebenso leicht, Fehler zu machen wie überall sonst auch. Leute wollen keine Fehler machen. Vermindere die Möglichkeit, überhaupt Fehler zu machen, so weit wie möglich.
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Gestalte einheitlich, folgerichtig und sinnvoll
Verbessere die selbsterklärende Aussage einer Website.
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Reduziere, reduziere, reduziere (und verfeinere)
Vermindere Nebengeräusche und weise klar auf das hin, was wichtig ist.
Alle diese Regeln beziehen sich im großen Maße aufeinander und führen auf eigentlich ein wirkliches Ziel hin:
Kommuniziere mit Vorsatz, Alles muss einen Zweck haben!
- Links zum Artikel
- Weitere Infos
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- Wikipedia (de):
Webanwendung
- Wikipedia (de):
Mein Fazit: Grenzen werden weiter verschwimmen
Diese Regeln treffen in vollem Umfang auf wirkliche Web Applikationen zu, also Websites, die einen interaktiven Zweck im Mittelpunkt haben — sei es ein Kalender, Mail-Client, Bilderdienst, Shop oder unser aller Twitter.
Dennoch ist es sicherlich nicht von Nachteil, ihre ‘Botschaft’ auf andere Typen von Websites anzuwenden. Neben Gründen wie besserer Benutzerführung oder der Verbesserung der “Experience” (!), die aus sich selbst heraus Sinn bringen, möchte ich ein weiteres Argument dafür anführen, einer sich entwickelnden Nomenklatur von Web Apps gebührende Aufmerksamkeit zu schenken:
Immer mehr Nutzer verbringen immer mehr Zeit mit Web Apps (und immer weniger auf ‘normalen’ Seiten)
Das behaupte ich jetzt mal, weil ich mir da ziemlich sicher bin. Denn folgender Ablauf klingt doch ziemlich gut vorstellbar: PC an, es werden Mails gecheckt und vor allem, was im Social Network meiner Wahl so los ist. Dann twittere ich mal was oder lade ein paar Fotos auf Flickr hoch. Postet ein Mitglied meines Networks einen interessanten Link, gehe ich dem nach, werde aber in der Regel nicht weiter auf jener Seite bleiben (Gute Chancen, es ist ein Blog). Ergeben sich Fragen, wird gegoogelt, finde ich was gut, hinterlasse ich ein Social Bookmark in wiederum entsprechenden Diensten. Und raus.
Dadurch verschieben sich die ganz allgemeinen Erwartungen an Websites. Immer mehr nehmen Web Apps den Platz des “Web an und für sich” ein, deren Struktur und Aussehen wird als allgemein verbindlich empfunden, mitsamt großen Buttons und knappen Botschaften.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Look & Feel von Web Apps noch viel mehr auf ‘normale’ Websites durchschlagen wird.
(gelesen: 2228 mal, heute: 2 mal, zuletzt: 5. Februar 2012)
Stichpunkte zu diesem Artikel: Interactive Ξ SXSW Ξ User Centered Design Ξ User Experience Ξ Web Apps Ξ Webdesign
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