Dienstfahrt mit Yeeehaah

So viel zu sehen, zu lernen, so wenig Zeit, darüber zu schreiben

Nun bin ich schon den vierten Tag auf der Konferenz, ohne hier davon berichtet zu haben. Mit der (fast) Live-Berichterstattung ist das so eine Sache.

Es gibt dafür schlicht nicht genug Zeit. Die ersten anderthalbTage waren mit Ankommen, Orientieren, Registrieren etc. hinreichend gefüllt, die letzten zwei war ich von 10:00 bis mindestens 17:00 Uhr in je vier Panels. Fast jedes davon mit Sicherheit einen eigenen Artikel wert.

Aber im Gegensatz zu dahingetwitterten Augenblicksmeldungen braucht “Old School Blogging” (ja, so wird das hier tatsächlich inzwischen bezeichnet!) ein Mindestmaß an Aufbereitung und Verdichtung — zumindest in meinen Augen. Vor allem dazu ist bisher keine Zeit.

Begierig wie ein Schwamm versuche ich, alles Behaltenswerte aufzunehmen und zunächst mal festzuhalten. Die Beschäftigung mit den besonders beeindruckenden Veranstaltungen ist permanent im Gange, zum Nachdenken gibt es reichlich Stoff. Aber die Bearbeitung für die interessierte Öffentlichkeit verschiebe ich sicherlich auf die Zeit nach der Konferenz.

Twitter rules everything

Das ist schon mal eine Gewissheit. Was die Teilnehmer betrifft, sieht man auf alle Gängen, aber auch in und während der Veranstaltungen fast jeden zumindest über einem MacBook (paar Thinkpads gibt’s auch  ;-)), noch mehr aber einem iPhone hängen und um die Wette twittern, was das Zeug hält.

Jedes Panel, jeder Vortragende hat seine Twitter-ID respektive -Hashtag, über die permanent abgesondert wird. Ich stelle zumindest leicht in Frage, ob eine solche Zerfaserung des Erlebten dem Erkenntnisgewinn zuträglich ist. Na ja.

Abseits der Veranstaltungen scheint (in dieser meiner ‘Industrie’) Allein, Für sich sein überhaupt nicht mehr angesagt zu sein. Offenbar muss man sich ständig der Zugehörigkeit zu einem Netzwerk, einer Gruppe, einer Community vergewissern. Und wenn man nur alle xx Sekunden oder Minuten nachsieht, ob wer was gezwitschert hat. Oder man zwitschert selbst was dazwischen — so zeigt man (sich?), dass man ‘da’ ist.

In meinen Augen wird die Wertigkeit, Wichtigkeit von mitgeteilten Informationen damit eingeebnet. Alles wird gleich wichtig, so lange es mit 140 Zeichen ausgedrückt werden kann — und alles gleichermaßen unwichtig. Man will nichts mehr verpassen, jederzeit auf dem Stand sein, auch wenn dessen Relevanz zweifelhaft ist.

Es werden mir da mit Sicherheit noch wesentliche Komponenten verborgen geblieben sein, natürlich habe ich das noch nicht durchdrungen. Gedanken eines älteren Herrn halt  ;-).

Das für jetzt; nun ist es 20:30 Uhr Ortszeit und ich will meine Zeit hier nicht nur der unzweifelhaft hochspannenden Beschäftigung mit Kernfragen meiner Profession widmen, sondern auch anderen schönen Dingen — zum Beispiel I.P.A.s, Imperial Stouts und sonst allen feinen Erzeugnissen, an denen es in Deutschland leider mangelt.

(gelesen: 478 mal, heute: 2 mal, zuletzt: 10. März 2010)

Stichpunkte zu diesem Artikel: Ξ Ξ Ξ Ξ Ξ

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